Abschluss

2021

Beschreibung

Dieses Projekt entstand im Rahmen einer freien, explorativen Designphase ohne konkreten Auftraggeber. Ziel war es, eine innovative Lösung zu einem selbstgewählten Thema zu entwickeln und dabei neue gestalterische Ansätze, Interaktionsmuster oder visuelle Sprachen zu erproben – frei von kommerziellen Zwängen und realweltlichen Limitierungen.

Abschluss

2021

Beschreibung

Dieses Projekt entstand im Rahmen einer freien, explorativen Designphase ohne konkreten Auftraggeber. Ziel war es, eine innovative Lösung zu einem selbstgewählten Thema zu entwickeln und dabei neue gestalterische Ansätze, Interaktionsmuster oder visuelle Sprachen zu erproben – frei von kommerziellen Zwängen und realweltlichen Limitierungen.

Designing System Logic in Early-Stage Operational Products

Case Study – Abstrahiert, 2026
B2B SaaS
Greenfield
Sole Designer
Budget-driven

Das Produkt entstand im Startup-Kontext ohne bestehende UX-, UI- oder Systemstrukturen. Ich war von Beginn an konzeptionell eingebunden und verantwortete sowohl die fachliche Struktur als auch die visuelle Systemlogik. Ziel war eine hochfrequent genutzte B2B-Anwendung zur Verwaltung zeitlich begrenzter Ressourcen inklusive Preislogik, Rollenmodellen und operativer Zustände.

Abstraktion

Die hier dargestellte Sport-Club-Domäne dient als abstrahierte Visualisierung eines realen Infrastruktur- und Ressourcenmanagement-Systems.

Challenge & Problem

Die zentrale Herausforderung bestand nicht im Aufbau eines visuellen Design Systems, sondern in der Modellierung einer konsistenten operativen Logik.

Das Produkt musste:

  • begrenzte Ressourcen eindeutig modellieren (abtrahiert: Sporthallen, Sportplätze)
  • zeitliche Belegung regelbasiert abbilden
  • Zustände dynamisch verwalten
  • Preislogiken automatisiert berechnen
  • Rollen und Zugriffsrechte systemweit durchsetzen

UI war dabei kein Ziel, sondern ein Ausdruck dieser Logik. Ohne klare Systemlogik wäre jede neue Funktion ein potenzieller Sonderfall geworden – mit steigenden Implementierungskosten, wachsender Komplexität und sinkender Geschwindigkeit.

Zentrale Entscheidungen

Systemlogik vor UI

Die Struktur der Daten, Zustände und Abhängigkeiten wurde vor visuellen Entscheidungen definiert. UI-Komponenten folgten der Logik – nicht umgekehrt.

  • Ressourcen sind klar identifizierbare operative Einheiten: zeitlich begrenzt, zustandsgetrieben und systemübergreifend referenzierbar.
  • Systemzustände fungieren dabei als zentrale Steuerinstanz. Ein Time-Slot ist nie „nur belegt“, sondern befindet sich in einem expliziten Zustand, der Sichtbarkeit, Interaktion, Berechtigung und Preislogik bestimmt.
  • Rollen sind strukturelle Einschränkungen: Sie definieren, welche Zustände erlaubt sind und welche Aktionen existieren dürfen.
  • Preise werden nicht vergeben, sondern berechnet. Sie entstehen aus Zeitsegmenten, Nutzungsart, Rolle und tenant-spezifischen Regeln.
Ein Diagram welches eine State Engine (Trigger) zeigt welche von Resourcen (Operational Unit) und Authority (Constraints) bespielt wird, und in die Reaktionen Pricing und UI Expressions übergeht.

Modulare Ressourcenmodelle und frühzeitige Skalierungslogik

Die operative Kernstruktur des Produkts wurde nicht um konkrete Ressourcentypen herum aufgebaut, sondern um ein abstrahiertes Ressourcenmodell. Eine Ressource wurde als operative Einheit aus Ort × Zeit definiert – ergänzt um klar definierte Systemzustände und regelbasierte Ableitungen. Preislogik, Rollenregeln und Nutzungstypen wurden nicht in einzelnen UI-Komponenten verankert, sondern als eigenständige Regel-Layer über dieses Modell gelegt.

Dadurch entstand keine featuregetriebene Struktur, sondern eine systemgetriebene Architektur.

Dieses Ressourcenverständnis hatte konkrete strukturelle Konsequenzen:

  • Neue Ressourcentypen (abstrahiert z.B. Tennis, Squash, Beach-Volleyball) erfordern keine neue Logik, sondern nur Konfiguration
  • Preisänderungen werden regelbasiert gesteuert, nicht visuell implementiert
  • Rollen wirken als Constraint-Layer, nicht als Sonderfall-Code
  • Zustände bleiben systemweit konsistent und modulübergreifend interpretierbar

Skalierbarkeit wurde nicht als nachgelagerte Optimierung behandelt, sondern als strukturelle Designentscheidung verankert. Erweiterungen entlang von Ressourcentyp, Preismodell oder Rollenstruktur erfolgen durch Regelanpassung – nicht durch Re-Design oder komponentenbasierte Ausnahmen.

Das Ergebnis ist ein operatives System, das Komplexität aufnehmen kann, ohne seine innere Logik zu fragmentieren.

Text-Liste zu einem architektonischen Resourcen-Model für Hallen / Sportplätze, bestehend aus Identity & Scope mit Meta Data, Access Control, Audit Trail; Temporal & Operational Model mit Time Model, Availability State, Booking Classification; und Commercial Logic mit Customer Entitlement und Price Logic.
Das Modell trennt operative Einheit, Zustandslogik und kommerzielle Regeln in klar definierte Systemlayer.

UI als Ausdruck der Systemlogik

Zustand-gesteuerte Betriebseinheiten

Diagramm mit Flussdiagramm, das Zustandsübergänge eines State Carriers mit grünen und gelben Symbolen zeigt, einschließlich Zeitstempeln um 12 Uhr mittags.
Jede visuelle Einheit fungiert als State Carrier und repräsentiert einen expliziten, systemisch definierten Zustand.

Preise als deterministische Reaktion

Inputfeld für die Formel zur Berechnung des Stundensatzes mit Faktoren für Platztyp, Tageszeit, Mitgliedschaft, Saison und optionalem Trainer sowie verfügbare Modifikatoren für Wochentag und Nachfrage. Darüberhinaus können Nutzer:innen Custom Modifiers hinzufügen und beispielhaft Ergebnisse ihrer Formel herausbekommen
Buchungsinterface zeigt Greta Chamberlain als buchende Person, und ihre Auswahl einer regulären Buchung von 12 Uhr bis 14 Uhr mit Preisen von 11 Euro plus eine teurere Mittagsstunde um 13 Euro, Gesamtsumme 24 Euro. Die Preise sind systemgesteuert.
Der Preis entsteht aus regelbasierter Ableitung und wird als deterministische Systemreaktion berechnet.

Rollen & Buchungs-Klassifizierung

Benutzeroberfläche mit zwei Buchungsoptionen für Halle 3 am Datum 05.16; obere Option zeigt vier Buchungstypen (Regular, Training, Repair, Block), untere Option zeigt nur Regular und Training, mit hervorgehobenem Text 'Rollenabhängig'.
Rollen wirken als Constraint-Layer und bestimmen zulässige Zustände und Aktionen systemweit.

Resultierende Wirkung

Strukurelle Wirkung

Wachstum über Modell-Erweiterung statt Sonderstrukturen

Zustände bleiben systemweit interpretierbar

Rollen wirken als Constraint-Layer

Keine Fragmentierung der Kernlogik

Operativer Impact

Reduzierter Implementierungsaufwand bei neuen Modulen

Konsistente Geschäftslogik über Module hinweg

Einfache Integration tenant-spezifischer Anforderungen

Stabilere Weiterentwicklung bei wachsender Produktkomplexität

Frühe architektonische Entscheidungen bestimmten nicht nur die Oberfläche, sondern die Skalierfähigkeit des Produkts. Dadurch bleibt das System mit wachsender Komplexität stabil – ohne Re-Design, ohne Modellbruch.
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